Das war die k.&.k. Monarchie
Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn war das wirtschaftliche und kulturelle Herz Mitteleuopas. Auf der Suche nach Spuren habe ich alle Kronländer besucht und bin noch immer beeindruckt von der Größe des Reichs im Herzen Europas. Der Zerfall war eine Folge des 1. Weltkriegs, der nationalen Bestrebungen im Vielvölkerstaat und des Diktatfriedens von St. Germain. Die weitere Geschichte Europas wäre anders verlaufen und den Menschen viel Leid erspart geblieben, wenn das multiethnische Mitteleuropa nicht zerfallen wäre. Die Österreichisch-Ungarische Monarchie setzte sich seit 1867 aus zwei Staaten zusammen: aus den im Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern, inoffiziell Cisleithanien (erst ab 1915 amtlich Österreich genannt), und den Ländern der Heiligen Ungarischen Krone, inoffiziell Transleithanien (vulgo Ungarn). Hinzu kam das seit 1878 von Österreich besetzte Gebiet Bosnien und Herzegowina, das 1908 nach langen Verhandlungen der Monarchie einverleibt wurde. Die verfassungsrechtlichen Ausgleichsvereinbarungen sicherten im Sinne einer Realunion die Gleichberechtigung der beiden (Teil-)Staaten im Verhältnis zueinander. Gemeinsames Staatsoberhaupt war der Kaiser von Österreich und Apostolische König von Ungarn aus dem Haus Habsburg-Lothringen. Von 1867 bis 1916 herrschte Franz Joseph I., danach bis 1918 …

