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Zeitzeugen 70-er: Dipl. Vw. Helfried Plenk

Salzburger Sparkasse

In den 70er Jahren wurde ein real-time Buchungssystem inklusive real-time Verarbeitung der Sachkonten aufgebaut. Mit Fernschreibterminals – heute völlig unvorstellbar – hat aber funktioniert.

Es kamen die ersten „SB-Dienstleistungen“ auf. Geldausgabeautomaten („GAAs“) und Kontoauszugsdrucker kamen auf. Die 1968 beschlossene „Eurocheque-Karte“ mit Magnetstreifen machte eine breitere Nutzung möglich.

Salzburg war immer „Technologie-Pionier“ und groß genug um modernste Technologie zu verwenden – das war natürlich auch für die Hersteller interessant. Als vergleichsweise kleines Institut  relativierte sich das Mengenproblem. Ein Systemabsturz in Salzburg führte zu wenigen zu wiederholenden Transaktionen. Zur gleichen Zeit war ich zu Besuch in der Zentralsparkasse:  Dort führte ein Systemabsturz zu 10.000 offenen Transaktionen – da geht nichts mehr manuell !.

Zeitzeugen 60-er: Dipl. Vw. Helfried Plenk

Salzburger Sparkasse

Die Salzburger Sparkasse begann 1959 mit einer „Tabelliermaschinenausstattung“ – das war immerhin schon EDV auf Lochkartenbasis. Die ersten Privatkonten (Lohn- und Gehaltskonten) kamen auf und das manuelle Buchungssystem der Salzburger Sparkasse drohte zusammenzubrechen . Bei 3.500 neuen Konten „auf einmal“ reichten die 24 Stunden des Tages nicht mehr aus, um über die Runden zu kommen und die Verlängerung des Tages auf 25 oder 26 Stunden scheiterte. So wurde aus der 1. EDV-Umstellung gleich eine hektische Aktion. Es galt, so rasch wie nur irgendwie möglich, das tägliche Buchungsgeschäft in die „EDV-Technik“ zu übernehmen. Die Übung gelang, Dauer- und Einziehungsaufträge folgten auf dem Fuß. Damals lernte ich kennen, was wirklich „Überstunden“ sind.

Nach wenigen Jahren war klar – das ist nicht die richtige Technologie. 1964/65 wurde nochmals ein „modernes“ Lochkartensystem angeschafft – diesen Umweg hätten wir uns sparen können! Bereits 1967 war uns klar, dass der Weg in Richtung ähnlicher Systeme wie „Erste Österreichische“ und „Z“ lief. Gleich mit dem für damalige Verhältnisse „steilen“ Ansatz, ein real-time-Buchungssystem anzustreben wurde „elektronische EDV-Anlage“ mit Magnetbändern und Platten in Betrieb genommen.

Newsletter Oktober 2019

Wanderwoche Lanvanttal
Angelo unterwegs in Unterkärnten

Im September haben wir den Wald im Wörtherseestadion besucht, den Wörthersee von oben gesehen (Pyramidenkogel), sind im Lavanttal gewandert (Saualpe, Koralpe, rund um St. Paul) und waren im gemischtsprachigen Jauntal unterwegs (Petzen, Bleiburg, Neuhaus, Griffen).
Wanderwoche Lavanttal – alle Touren und Ausflüge

Aktuelle Ausstellungen in Wien

Der herbstliche Ausstellungsreigen wurde mit Albrecht Dürer in der Albertina und Richard Gerstl im Leopold Museum eröffnet. Aktuelle Ausstellungen und die wichtigsten Wiener Museen gibt es auf Ausstellungen und Museen.

Unsere Wünsche an die neue Regierung

Die Wahl ist geschlagen und hat einen eindeutigen Sieger gebracht. Jetzt steht der ÖVP nichts mehr im Wege, ihren Fehler bei der Aufhebung der Mindestertragsgarantie zu korrigieren und das Pensionskassensystem im Interesse der Betroffenen zu reformieren. Auf unseren Vorschlag
individuelle Vorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Pension  kann der alte und neue Kanzler Sebastian Kurz gerne zurückgreifen.

PensionskassenFlop

Entscheidungshilfe für die Wahl 2019

PensionskassenFlop
Für die Wahlentscheidung am 29. September bringen wir eine kurze Zusammenfassung der Pensionskassenmisere.

Versagen der Regierungsparteien beim Pensionskassengesetz

  • 1990: SPÖ/ÖVP beschließen das Pensionskassengesetz, um durch die Auslagerung von Pensionslasten die verstaatlichte Industrie zu sanieren und Börsengänge zu erleichtern.
    Zur Absicherung der Pensionisten gibt es eine magere Mindestertragsgarantie von 1 % (bei Rechenzinsen von 3,5 % bis 6 %).
  • 2004: ÖVP/FPÖ schaffen die Mindestertragsgarantie ab, um die Pensionskassen vor dem Konkurs retten. Besser wäre es gewesen, die Pensionskassen in den Konkurs zu schicken und das Vermögen auszuzahlen.
  • 2008 und 2011:  Durch die schlechten Börsenjahre erleiden die meisten Betroffenen gravierende Pensionskürzungen. Das geänderte Pensionskassengesetz der SPÖ/ÖVP – Regierung bringt die Möglichkeit in eine betriebliche Kollektivversicherung umzusteigen. Weil das mit hohen Pensionskürzungen verbunden ist, wird das Angebot kaum angenommen.
  • 2018: Die Niedrigzinsphase hat auch bei den Veranlagungsergebnissen der Pensionskassen Spuren hinterlassen und weitere massive Kürzungen gebracht. Die ÖVP/FPÖ-Regierung lässt das kalt.
  • Mehr dazu auf https://einfach-internet.at/pensionskassenflop/

Versagen des Fachverbandes der Pensionskassen

Anstatt sich den Problemen zu stellen, spricht Mag. Zakostelsky – Obmann des Fachverbandes und von 2014 bis 2018 ÖVP-Nationalrat – vom „Erfolgsmodell Pensionskassen“. Frei nach dem Motto: „wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“.

Petition der NEOS für eine Änderung des Pensionskassengesetzes

Die mit der unserer Initiative abgestimmte Petition der NEOS wird wegen der Neuwahl 2017 nicht mehr im Parlament behandelt und von den NEOS nicht weiterverfolgt.

Liste JETZT fordert Änderungen des Pensionskassengesetzes

Der Spitzenkandidat Peter Pilz fordert im September 2019 medienwirksam eine Änderung des Pensionskassengesetzes. Die anderen Parteien schweigen dazu und die Pensionskassen verweisen entrüstet auf das „Erfolgsmodell Pensionskassen“.

Wahltag ist Zahltag!

Zeitzeuge Informationssystem in den 70-ern: Willi Markom

IDV – individuelle Datenverarbeitung

Die erste und dringendste Aufgabe der SPARDAT war die Automatisierung des Massengeschäftes der Sparkassen – die Führung von Spar-, Giro-, Darlehens- und Kreditkonten. Damit waren Unmengen von Daten erfasst und gespeichert. Bald kam dann die Idee, diese Daten für Planung und Analyse von Marketing-Aktionen zu nutzen. Die SPARDAT rief dazu die „INFO-Gruppe“ ins Leben. Deren Leiter, Rudi Zabusch, war ein eher legerer Typ – und genau so war auch seine Truppe, der auch ich angehören durfte. Bei den „Spartenkaisern“ waren wir bald, unverdienter Weise, die „Inferno-Gruppe“. Die Computer-Ressourcen für Tests und Durchführungen waren sehr knapp – und wir hatten immer Nachrang. Zuerst kamen immer die Systemleute und die „Spartenkaiser“ dran. Es gab häufig „gewaschene“ Konflikte.

Oft waren wir montags mit Abstürzen unserer Programme konfrontiert. Bei der Suche nach den Ursachen kamen wir bald darauf, dass unsere netten Kollegen, die „Spartenkaiser“, am Wochenende wieder einmal Dateistrukturen geändert hatten – natürlich ohne uns zu informieren. Wütend stapfte ich wieder einmal ins Obergeschoß und fand sie gerade alle vereint bei einer Besprechung. Auf meine Vorhalte hin meinte man trocken, eine derartige Information sei eine „Holschuld!“ Da platzte mir der Kragen. Ich ließ meinem Zorn freien Lauf und schimpfte, was das Zeug hielt. Es muss einen gewaltigen Eindruck gemacht haben, denn am nächsten Tag wurde mir das „Du-Wort“ angeboten. Plötzlich war ich akzeptiert und man ging etwas respektvoller mit uns um.

Für die Erstellung der Auswertungen standen uns anfangs neben den herkömmlichen Programmiersprachen COBOL oder RPG nur einige primitive Hilfsprogramme wie DITTO oder FILEPAC zur Verfügung. Der Bedarf an Auswertungen für Marketingzwecke stieg laufend und besonders bei Zinsanpassungen kamen wir den Anforderungen an „MAKOÄs“, den maschinellen Kontoänderungen, kaum nach. Mit CA-EARL als Werkzeug waren wir aber bald weitaus produktiver.

Bald tauchte in einigen Sparkassen das Wort „Kundenorientierung“ als Gegensatz zur „Spartenorientierung“ auf. Das griffen wir in der INFO-Gruppe auf und wollten den Sparkassen auch kundenorientierte Auswertungen anbieten. Das war aber nicht einfach, da die Strukturen der Spartendaten wild nebeneinander gewachsen waren. Schlüsselbegriffe waren Kontonummern – es gab keine Kundennummer. Anstelle von Namensfeldern gab es Kontobezeichnungen, in welchen Titel, Vor- und Zunamen in beliebiger Reihenfolge eingetragen waren. Um die Konten eines Kunden zusammenzuführen entwickelte ich ein Programm, welches aus den Spartendateien Teile des Vor- und Zunamens, der Anschrift, und, soweit vorhanden, des Geburtsdatums eine „Allgemeine Kundenidentifikation“, kurz „AKI“ erstellte. In unzähligen Testläufen verfeinerte ich diese Programme und konnte schließlich rund 90% der Konten korrekt einem Kunden zuordnen. Den Rest hätten die Sparkassen anhand von Listen zuordnen müssen. Was leider aus Desinteresse und Zeitmangel nie geschah! Meine schöne „AKI-Routine“ verstaubte so in irgendwelchen Programmbibliotheken. Viele Jahre später, ich war längst nicht mehr in der SPARDAT, erkannte man den Wert der „AKI“ endlich und ich wurde gefragt, wo denn das jetzt sei. Da konnte ich aber leider nicht mehr helfen.

Zeitzeugen 60-er: STUSA Konrad Ziegelwanger

Konrad Ziegelwanger

Der erste Programmierer und längstdienende SPARDAT-aner (1967 – 2012).

STUSA – Studiengesellschaft für Sparkassenautomation (1967)

Mit der Gründung eines Unternehmens in Vereinsform (!) hat der Österreichische Sparkassenverband 1967 einen ersten Schritt getan, um den vielen kleinen und mittleren Sparkassen Österreichs eine Perspektive für die Abwicklung des Buchungsgeschäftes über moderne EDV-Anlagen zu zeigen. Damals sprach man von „Elektronischer-Daten-Verarbeitung“, was ja in späteren Jahrzehnten vom Begriff der „Informations-Technologie“, der IT abgelöst worden ist.

Es war das Ziel der maßgebenden Sektorvertreter, mit Dkfm Walter Sadleder als Verbandspräsident an der Spitze, EDV-Buchungsgemeinschaften zu bilden, gemeinsame Rechenzentren zu nutzen, die Kosten dafür zu teilen. Beispiele gab es dafür bereits im Ausland, insbesonders in der BRD, die dort kurz zuvor gegründet worden sind. In Österreich gab es damals rund 150 selbständige Sparkassen, die alle erst überzeugt werden wollten, ihr Buchungsgeschäft außer Haus zu geben, in Sparkassen-Rechenzentren auszulagern. Wie sollte das denn überhaupt funktionieren?

Dieser Frage stellte sich die STUSA, die auch unter Mitwirkung der Ersten österreichischen Sparkasse gegründet worden ist. Von dort kam ein junger und tatkräftiger Mitarbeiter, Erwin Standl, der als Geschäftsführer der STUSA auch die ersten EDV-technischen Abläufe von dort einbrachte. Diese wurden von den ersten Mitarbeitern, die am Projekt „Klagenfurt“ mitmachten und adaptiert.

Zur damaligen Zeit hatten die beiden großen Sparkassen in Wien schon die ersten Computerinstallationen im eigenen Haus gemacht und konnten damit ihre vielen tausend Konten verwalten und deren Kontobewegungen abwickeln. Das Transaktionsaufkommen war damals noch nicht so hoch wie heute, aber immerhin so hoch, dass aufwändige Fehlersucharbeiten mit Hilfe der neuen Abläufe besser bewältigt werden konnten.

Alle anderen Sparkassen bedienten sich halbautomatischer Buchungsmaschinen, wo eine Bedienkraft eine Kontokarte einsteckte, die Kontobewegungen eintippte, was auf die Karte gedruckt wurde und wo eine Kontrollsumme mitlief. Die modernere Variante war dazu, dass ein Magnetstreifen auf der Kontokarte angebracht war, der den Vorgang durch die Lesbarkeit der Daten bereits etwas vereinfacht hat. Letztendlich blieb aber immer die Ungewissheit, ob die Eingaben fehlerfrei gemacht worden sind, was sich erst am Ende einer Grundbucheingabe (Summe aller Soll/Habenbuchungen) herausstellte. Etwaige Fehlersuchvorgänge waren meist zeitraubend, ein Buchungstag oft erst in der Nacht abgeschlossen. Die Situation war in den Buchhaltungen, insbesondere der Landeshauptstadtsparkassen, bereits damals recht angespannt. Man war bereit, moderne und zeitsparende Verfahren ins Auge zu fassen. Da kam die STUSA und kurz danach die SPARDAT zur rechten Zeit und trat mit konkreten Lösungsvorschlägen an die Institute heran.

Bei zwei Sparkassen war jedoch der Wunsch ehestmöglich zu einer EDV-Lösung zu kommen besonders ausgeprägt, nämlich in Salzburg und in Klagenfurt. Hier kam es zu Eigenlösungen mit dem Personal aus dem eigenen Haus und zur Einrichtung eines Rechenzentrums unter dem eigenen Dach. Jede der beiden eigenständigen EDV-Lösungen wurde erst viele Jahre später in die Buchungsgemeinschaftslösung der SPARDAT integriert. Für die Kärntner Sparkasse kam die Gründung der STUSA zu einem günstigen Zeitpunkt, denn die Aktivitäten konnten recht gut aufeinander abgestimmt werden. Bei der hardwaretechnischen Einrichtung des Rechenzentrums in Klagenfurt konnte die STUSA nichts beitragen, wohl aber bei der Herstellung der Software. Dies war auf beiden Seiten ein intensiver Lernprozess mit großem Gewinn an Erfahrungen. Mit Salzburg kam es zunächst zu keiner Kooperation.

Die restlichen Großinstitute konnten die Gründung der kommerziell ausgerichteten SPARDAT abwarten und die Buchungen ab 1970 in die neu errichteten SPARDAT-Rechenzentren in Linz, Graz und Innsbruck auslagern. Girozentrale, Bausparkasse, Vorarlberg, aber auch Salzburg waren besondere Eigenlösungen, die hier an anderer Stelle behandelt werden.

Einrichtung des Rechenzentrums in Klagenfurt (1968)

Die Leitung der Kärntner Sparkasse in Klagenfurt hat sich die Angebote der damals in Österreich vertretenen amerikanischen Computerfirmen angesehen und sich für eine erschwingliche Lösung von Sperry Rand UNIVAC 1100 entschieden. Dieser Computertyp hat im Preis/Leistungsverhältnis zu dieser Zeit gegenüber den Konkurrenzanbietern die Nase vorne gehabt, so saßen wir in Wien zum Beispiel mit Vertretern des SOS-Kinderdorfes in derselben Ausbildungsgruppe. Die in Wien niedergelassene Vertretung bot dazu die nötige Programmier- und Bedienungsschulung an. So wurden zwei Personen der Sparkasse und drei der STUSA dort über einige Wochen in der Art der damaligen Programmierung (Assembler-Programme) geschult und in praktischen Anwendungen für die weitere Laufbahn vorbereitet.

Der technische Umfang der EDV-Anlage Klagenfurt bestand aus einem Lochkartenleser zur Eingabe der Buchungsdaten, dem zentralen Rechner mit einem Kernspeicher und einigen Magnetbandstationen für die Kontoführung und einem Drucker zur Erstellung der Kontoauszüge und diverser Listen. Hier zeigte sich bald eine Hürde bei den Umsetzungsarbeiten: der Kernspeicher war zu klein ausgelegt, das Buchungsprogramm benötigte mehr Platz und so musste eine Aufstockung um 256 Kilobyte vorgenommen werden, was mit einer Viertelmillion Schilling ziemlich teuer war. Laut wikipedia waren Kernspeicher zwischen 1950 und 1980 in Verwendung und die manuelle Produktion ziemlich teuer.

Geplant, programmiert und getestet wurde von fünf Mitarbeitern der Sparkasse und der STUSA. Nach dem erfolgreichen Einsatz wurde das Tagesgeschäft für die Kärntner Sparkasse im hauseigenen Rechenzentrum abgewickelt. Es wurden schrittweise zuerst die Girokonten und danach die Sparkonten umgestellt. Im Zuge dieser wichtigen Pionierarbeit wurde auch deutlich, wo man künftig Handlungsbedarf haben wird: bei einer effizienten Schalterabwicklung zur Erfassung der Daten und im Backofficebereich, wo es zu einer immer größeren Anzahl von Überweisungstransaktionen kam. Eine Lochkartenabwicklung war hier nicht mehr gut genug.

Die EDV kam zur richtigen Zeit als Problemlösung, denn immer mehr Unternehmen und die Pensionsversicherungsträger hatten auf bargeldlose Lohn- und Gehaltezahlung umngestellt, was zur rasanten Zunahme an Privatkonten führte. Bis dahin wurde bar ausgezahlt, sei es in den Firmen, oder über Postboten bei den Pensionen. Der steile Anstieg zeichnete sich auch bei den Transaktionen ab, so wurde in den darauffolgenden Jahren der Zahlungsverkehr national, aber auch international auf moderne Beine gestellt. Die Basis dazu waren Normierungsvereinbarungen. Auch hier war die EDV eine große Hilfe zur Umsetzung genormter Formate und zur Transaktionsabwicklung großer Mengen.

Damals war Programmierung noch ein „Lehrberuf“

Computer bedienen und programmieren, Software entwerfen, also die Anforderungen zu analysieren und Abläufe zu überlegen, waren in den 60-er und auch noch lange danach keine Ausbildungsberufe, die man in einer Schule lernen konnte. Alle Firmen, die EDV-Personal benötigten, sorgten für die schrittweise Ausbildung der Personen über externe Kursveranstaltungen, hauptsächlich bei den Computerherstellern. „Learning by doing“ war angesagt! Es entstanden neue Berufsbilder, die aber nach und nach auch Eingang in spezielle Fachschulen fanden. Heute ist die IT-Ausbildung eine normale und gute Option, um zum Beispiel eine Schuloberstufe zu absolvieren, oder man spezialisiert sich auf die IT bei einem Wirtschaftsstudium. Meine persönliche Erfahrung gehört noch zur Pionierphase der EDV, als  die Ausbildung in Kurzseminaren bei einem Computerlieferanten gemacht wurde. Die vortragenden ExpertInnen gaben dort ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen an uns weiter und wir versuchten die praktische Anwendung in der eigenen Firma.

Nicht jeder war in der Lage, gute Programmabläufe zu entwerfen und die nötigen Programme zu schreiben. Analytisches, strukturiertes Denken und eine räumliche, sowie kreative Vorstellungskraft waren die Grundvoraussetzungen. Ob dies jemand mitbringt, wurde über psychologische Eignungstests festgestellt. Ich habe mich nach meinem Schulabschluss für Kunststofftechnik interessiert und war in Wien für den zweijährigen Maturalehrgang am TGM angemeldet. Dann kam ein Zeitungsartikel, der mein Interesse an der EDV geweckt hat und ein positiv absolvierter Eignungstest in Wien dazwischen. Über mehrere Zufallsereignisse, denen ich aus verschiedenen Gründen sehr dankbar bin, kam es 1967 zu einem Informationsgespräch mit dem Geschäftsführer der STUSA, Erwin Standl, der mir die „Keimzelle“ zur Sparkassenautomation vorstellte und um meine Mitarbeit warb. Ich sagte zu und habe es nie bereuen müssen, ganz im Gegenteil. Ich habe eine höchst spannende und abwechslungsreiche Aufbauphase zwischen 1967 und 2012 erleben dürfen; zwischen Lochkarte und Internet, zwischen Kernspeicher und Cloud-Computing.

SPARDAT – Sparkassen Datendienst Ges.m.b.H (1969)

Aus der Keimzelle und der kleinen Pflanze STUSA sollte etwas Besonderes entwachsen. Dafür sorgte nach einer Anlauffrist von zwei Jahren die Girozentrale mit dem damaligen – ebenfalls sehr jungen – Vorstands­direktor Dr.Josef Taus. Die Girozentrale war im Sparkassensektor als Clearinginstitut und Dienstleister für alle kleinen, mittleren und großen Sparkassen tätig. Dies war eine gute Position dafür um die Idee der Buchungsgemeinschaften zu verbreiten. Zur Gründung von dezentralen Rechenzentren und deren Betrieb, sowie für den Aufbau eines großen und stetig wachsenden Personalstabs, war die Etablierung einer kommerziell tätigen Gesellschaft nötig und so wurde die SPARDAT eine 100 % – Tochter der Girozentrale.

Die erste Bewährungsprobe war die Inbetriebnahme des Rechenzentrums Linz mit der Allgemeinen Sparkasse als erstem Nutzer. Viele Sparkassen aus Oberösterreich folgten dem Beispiel und gaben die rechentechnische Buchhaltung außer Haus. Dies war die Ära der „Kurierkoffer“, weil die Daten per Lochstreifen erfasst in einem speziell ausgestatteten Transportkoffer per Bahn angeliefert wurden und die gedruckten Unterlagen per Koffer zurückgeliefert wurden. Um den Sparkassen bei den Umstellungsarbeiten zu helfen, sie vorzubereiten, zu schulen etc. wurden schon ab 1969 eigene Teams regional tätig. Darin habe ich auch mein neues und hoch interessantes Betätigungsfeld als „Berater“ gefunden. Ich konnte meine zuvor erworbenen Organisationserfahrung auf diesem Gebiet gut einbringen. Zusätzlich war es notwendig, Kenntnisse für Buchhaltung, Zahlungsverkehr und Kontoführung zu erwerben. Letztendlich habe ich in meinem Berufsleben immer etwas Neues dazulernen können, was stets eine Bereicherung war.

Die STUSA-Phase war damit zu Ende und der Verein wurde im Hauptverband auf Eis gelegt. Etliche Jahre später wurde die STUSA wiederbelebt und mit Hans Ambros ein umtriebiger Geschäftsführer gefunden. Er verstand sich darauf, dem Sektor zu vermitteln, wo der Weg, insbesondere in den Vertriebswegen, hingehen könnte. Dazu gab es anschauliche Beispiele im Ausland, die er studierte und Ableitungen für  Österreich machte. Die Kundenselbstbedienung und die Chiptechnologie waren Schwerpunkte seines Interesses. Das Bargeldrecycling der heutigen Ein-/Auszahlungsautomaten ist seiner Initiative und Beharrlichkeit geschuldet. Und genau hier, in der Umsetzung des Selbstbedienungsservice im Sektor habe ich seit den 90-er-Jahren den Schwerpunkt meiner Tätigkeiten und meinen beruflichen Abschluss im Rahmen der sIT-Solutions gefunden.

Zeitzeugen 60-er: Buchungssystem Girozentrale Walter Domandl

Die Anfänge

Als ich im August 1962 in die Devisenabteilung der Girozentrale eintrat, war der heute so gängige Begriff IT noch völlig unbekannt. Das magere Gehalt von weniger als 1.500 Schilling gab’s am Monatsersten vom Abteilungsleiter im Lohnsackerl überreicht. Ein Gehaltskonto gab es noch nicht.

Meine erster indirekter Berührungspunkt mit der EDV (Abkürzung für Elektronische DatenVerarbeitung) waren im Jahr 1963 Abendeinsätze mit höchst willkommenen bezahlten Überstunden zwecks Fehlersuche im Zuge der EDV-Umstellung der sBausparkasse. Etwa zu dieser Zeit begannen auch die Aktivitäten zur Automation des Rechnungswesens der Girozentrale, was mein Interesse weckte und dazu führte, dass ich mich erfolgreich um eine Stelle in der EDV-Organisation der Girozentrale bewarb, wo neben EDV-lösungen für die Girozentrale auch solche für Sparkassen konzipiert und erstmals in der Sparkasse Tulln, dann auch in einigen weiteren Instituten in Niederösterreich und Vorarlberg, zuerst für den Sparverkehr, dann auch für das Girobuchungssystem eingesetzt wurden. Das System war lochkartenbasiert und die Datenverarbeitung erfolgte mit IBM-Computern vom Typ 1401 ergänzt durch Lochkartensortier- und  -mischmaschinen. Gegen Ende der 60er-Jahre hielt das IBM-System 360 im Rechenzentrum der Girozentrale Einzug und erstmals kamen Magnetbänder und Magnetplatten zum Einsatz.

Im gleichen Zeitraum reifte auf Ebene des Top-Managements der Sparkassengruppe die Erkenntnis, dass ausländischen, vor allem skandinavischen Beispielen folgend die Zukunft der Sparkassenautomation in Buchungsgemeinschaften liegen wird, was zu entsprechenden Weichenstellungen führte. Die Umsetzung dieses Vorhabens ging nicht ohne Geburtswehen ab, führte jedoch schließlich zur Gründung der SPARDAT, deren Geschichte sich dieses Buch ausführlich widmet. 1970 begann dann auch meine Laufbahn in der SPARDAT.

 

Zeitzeugen 70-er: Zahlungsverkehr Walter Domandl

Giroautomation

In den Jahren 1971/1972 wurde die Automation des Zahlungsverkehrs in Angriff genommen. Ziel war es den Datenerfassungsaufwand für Zahlungsverkehrsaufträge so weit als möglich zu reduzieren und möglichst weit an den Ursprung, idealerweise zum Kunden zu verlagern. Dieses Ziel ist bis heute nicht voll erreicht wenngleich Electronic Banking, die zunehmende Verwendung von Debit- und Kreditkarten sowie die Erfassungsmöglichkeit von Überweisungen an Selbstbedienungsautomaten dem schon ziemlich nahe kommen. Die ersten Automationsschritte im Zahlungsverkehr erfolgten auf zwei Schienen, nämlich einerseits dem Datenträgeraustausch und andererseits der maschinellen Beleglesung.

Datenträgeraustausch

Der Datenträgeraustausch begann mit Großanwendern wie Pensionsversicherungen oder Energieversorgungsunternehmen, die ihre Überweisungs- bzw. Einziehungsaufträge mittels Datenträgern in Form von maschinell lesbaren Magnetbänderen an die Banken lieferten.  Anfangs mangelte es noch an der Standardisierung der Datenformate, doch diese wurde so wie auch die Standardsierung der Codierzeile auf Zahlungsbelegen zügig im Rahmen von übersektoralen Gremien vorgenommen und in den EDV-Abteilungen der Kreditinstitute umgesetzt.Dadurch ergab sich auch bald die Möglichkeit des wechelseitigen Datenträgeraustausches zwischen den Bankinstituten, vor allem den jeweiligen Clearingstellen der einzelnen Sektoren. Das war auch eine der Keimzellen für den heutigen europaweiten Austausch von Zahlungsverkehrsdaten zwischen den Banken der eine taggleiche Buchung bei Auftraggeber und Empfänger ermöglicht.

Arbeitskreis Giroautomation

Von Seiten des Sparkassensektors wurde damals für die Koordinierung dieser Vorhaben die sogenannte Giroautomationsstelle in der SPARDAT in enger Zusammenarbeit mit der Girozentrale eingerichtet und dafür auch ein Arbeitskreis Giroautomation unter der Leitung des damaligen Generalsekretärs des Sparkassenverbandes, Dr. Walter Sadleder eingerichtet, was die diesem Vorhaben zugemessene Bedeutung unterstreicht.

Giroauomationsstelle: Walter Domandl und Fritz Schindler

Giroauomationsstelle: Walter Domandl und Fritz Schindler

SPARDAT-Projekte

Die EDV-mäßige Umsetzung in der SPARDAT erfolgte in den Projekten BELEGLESUNG und DATENTÄGERAUSTAUSCH (DACL).

1972: Belegleser IBM 1275

1972: Belegleser IBM 1275

Zeitzeuge Kassensystem in den 70-ern: Walter Domandl

EDESYS – Einheitliches DatenErfassungsSYstem

In den Anfangsjahren der Buchungsgemeinschaft – sieht man von den Maßnahmen im Bereich der Zahlungsverkehrsautomation ab – erfolgte die Erfassung aller für die Kontenführung relevanten Daten mittels Codierung auf Lochkarten bzw.  Lochstreifen mit täglicher Anlieferung derselben an das Rechenzentrum. Bald reifte die Erkenntnis, dass wesentliche Rationalisierungserfolge durch Direkterfassung und Speicherung von Kassentransaktionen an den Schaltern der Sparkassen erzielt werden könnten. Auch auf diesem Gebiet waren die Entwicklungen in Skandinavien beispielgebend. Nicht nur Banken und Sparkassen, sondern auch die einschlägige Industrie erkannte dieses Potential und bot bereits in der ersten Hälfte der 70er-Jahre dafür geeignete Geräte an, auch wenn diese zum Teil noch in den „Kinderschuhen“ steckten.

In den Jahren 1973/1974 wurde in enger Zusammenarbeit zwischen SPARDAT und Sparkassen ein entsprechendes Vorhaben unter dem Projektnamen EDESYS umgesetzt. Das Zeitalter des Personal Computer und damit einer heute nicht mehr wegzudenkenden Standardisierung lag damals noch etliche Jahre vor uns und die in die engere Wahl gezogenen Anbieter offerierten sehr individuelle Lösungen. Die Firma Philips mit ihrem System PTS-6000 wurde in einem gründlichen Auswahl- und Entscheidungsprozess von einem Arbeitskreis mit namhaften Sparkassenvertretern als Bestbieter ausgewählt. Das System löste in den Sparkassen die damals üblichen Kassenquittungsmaschinen ab und zeichnete die erfassten Daten auf Magnetbandkassette auf. Die so beschriebenen Magnetbandkassetten wurden anstatt der bisherigen Lochstreifen täglich an das Rechenzentrum geliefert. Erstmals wurde für die Datenübermittlung an das Rechenzentrum auch Datenübertragung eingesetzt. Letzteres war ein sehr mühsames Unterfangen, da vor allem in der Anfangszeit sowohl die Stabilität der dafür verwendeten Telefonleitungen wie auch die Übertragungsgeschwindigkeit von ca. 600 bit pro Sekunde sehr zu wünschen übrigließen.
Anmerkung:
Heutige private Internetanschlüsse übertragen in Richtung Internet je nach vom Benutzer gewählter Anschlusskapazität mehrere Millionen Bits pro Sekunde

Das eingesetzte System war in seiner Grundkonzeption so ausgelegt, dass es in weiterer Folge auch als Online-Kassensystem und Online-Datenerfassungssystem eingesetzt werden konnte. Dies erfolgte Hand in Hand mit dem SPARDAT-Online-System CAROLINE, dessen Einsatz 1978 in der SPARDAT die Online-Ära für die Sparkassen einleitete. Mit fortschreitender Umstellung auf das Onlinesystem erübrigte sich auch der physische Transport der erfassten Daten mittels Magnetbandkassetten bzw. die Stapeldatenübertragung an das Rechenzentrum.

Newsletter September 2019

Museumsquartier
Angelo unterwegs in und um Wien

Freizeit in Wien – Museumsquartier, Neustifter Kirtag, Meidlinger Markt, Schafberg, Donaukanal, Prater, Wien von oben …
unterwegs um Wien – Kamptal, Sommerarena Baden, bei Pleyel in Ruppersthal, Landesgalerie Niederösterreich …

Herbstzeit ist Wanderzeit

Wanderwochen – in Österreich und Südtirol

Kürzungen bei Betriebspensionen treffen nur wenige

Laut dem ehemaligen ÖVP-Abgeordneten Mag. Zakostelsky gibt es Kürzungen nur bei alten Verträgen mit über einem Rechnungszins über 5,5 %.  Nach seinen Aussagen hat eine Pension mit einem Rechnungszins von 3,5 Prozent in den vergangenen zehn Jahren keine Kürzung erfahren, sondern wäre etwa von 468 Euro monatlich schrittweise auf 496,6 Euro erhöht worden (Artikel „Presse“ vom 21. August 2019). Details zum PensionskassenFlop auf
Pensionskassen Flop durch Pensionskassen-Monopol
Weil meine Pension mit einem Rechnungszins von 3,5 % um 40 % gekürzt wurde, muss es sich um einen Rechenfehler handeln. Ich habe daher die VBV-Pensionskasse um Neuberechnung und Nachzahlung ersucht. Wem es so wie mir ergangen ist, sollte sich so wie ich an seine Pensionskasse wenden !