50 Jahre IT

Die 60-er: Automationsunterstützung

Sparkasse anno dazumal

Kassensaal Kommunalsparkasse Hernals - Alfred Paleczny Sparkassenverband

Kassensaal Kommunalsparkasse Hernals – Alfred Paleczny Sparkassenverband

Buchhaltung und Zinsenberechnung

Die angefallenen Transaktionen der Sparkonten, der Girokonten (Firmenkonten, Gehalte/Pensionskonten), der Kredite und Darlehen und des Hauptbuches mussten korrekt gebucht und für die Zinsenberechnung zum Jahresabschluss vorgemerkt werden. Zusätzlich wurden bei Girokonten für den Kontoinhaber Kontoauszüge erstellt. Diese aufwändigen Tätigkeiten erforderten ein genaues Personal und eine bestmögliche technische Unterstützung. Jede der 170 Sparkassen hatte dazu ihr eigenes System. Zur Automationsunterstützung gab es

  • schreibmaschinenähnliche Buchungsmaschinen
  • Magnetkonten – Computer ab Mitte der 60-er
    Hier wurden bereits Daten wie Saldovorträge auf einem Magnetstreifen gespeichert. Damit reduzierten sich die Eingaben der Buchhaltung und der Kontoabschluss verlor seinen Schrecken. Magnet Magnetkonten – Computer waren hauptsächlich bei mittleren Sparkassen im Einsatz (z.B. bei der Sparkasse in der Stadt St. Pölten ab 1968)
  • elektronische Datenverarbeitung (EDV) ab Mitte der 60-er
    Hier wurden die Daten zentral in einem Rechenzentrum verarbeitet und die Kontendaten auf elektronischen Medien (Magnetbänder, Magnetplatten) gespeichert. Die Kontoauszugserstellung und der Jahresabschluss wurden vollautomatisch abgewickelt. Durch die hohen Kosten und die aufwändige Logistik kamen hier Großsparkassen in Frage. Ende der 1960-er Jahre war die EDV bei folgenden Sparkassen im Einsatz: Girozentrale incl. kleiner Buchungsgemeinschaft (Vorarlberg, Tulln …) und Bausparkasse, Erste Österreichische Spar-Casse, Zentralsparkasse, Salzburger Sparkasse und Kärntner Sparkasse

Zahlungsverkehr

Für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs zwischen den 170 Sparkassen und mit den anderen Sektoren (Banken, Raiffeisen, Volksbanken) wurde 1937 die Girozentrale und Bank der österreichischen Sparkassen gegründet. Damit war eine 2-stufige Abwicklung möglich:

  • Von der Sparkasse wurden die Belege für ausgehende Überweisungen gesammelt an die Girozentrale weitergegeben, eingehende Überweisungen kamen gesammelt von der Girozentrale an die Sparkasse
  • Die Girozentrale bewerkstelligte die Zahlungsverkehrsabwicklung (Zahlungsströme, Belegweitergabe …)

Persönliche Erinnerungen von Zeitzeugen