50 Jahre IT

Die 60-er: Privatkundengeschäft

Sparen = Spar(kassen)buch

Vor 200 Jahren wurde 1819 als erste Sparkasse der österreichischen Monarchie  in Wien-Leopoldstadt die Erste österreichische Spar-Casse, das Vorgängerinstitut der Erste Bank der österreichischen Sparkassen, gegründet. Mit dem Sparkassenbuch wurde  ein Instrument zur  Vermögensbildung der erwerbstätigen Bevölkerung geschaffen. 150 Jahre später im Jahr 1969 war das Sparkassenbuch nach wie vor die einfachste Möglichkeit, für Anschaffungen anzusparen. Bei täglich fälligen Geldern war der Zinssatz seit der Währungsreform unverändert 3,5 % ! Wer längerfristig vorsorgen wollte, konnte das Geld für eine bestimmte Zeit binden und musste bei vorzeitiger Behebung Vorschusszinsen zahlen. Zum regelmäßigen Ansparen gab es Prämiensparbücher und staatlich geförderte Bausparverträge.

Kredite und Darlehen

Wenn das Ersparte nicht ausreichte, borgte man Geld von der Sparkasse und zahlte den Kredit in regelmäßigen Raten zurück. Für die Finanzierung eines Wohnungskaufs oder für den Hausbau wurde ein langfristiges Hypothekardarlehen aufgenommen.

Zahlungen

Gehälter und Pensionen wurden größtenteils bar ausgezahlt – Gehalte/Pensionskonten waren die Ausnahme (offen: % der Zahlungen). Der unbare Zahlungsverkehr war auf ein Minimum beschränkt. Mit dem Bargeld wurden die Rechnungen bar bezahlt, auf Sparkonten eingezahlt; Kreditraten getilgt und für einen Auslandsurlaub in Fremdwährungen umgetauscht. Gas- und Stromkassiere besorgten das Inkasso der verbrauchten Energie. Diners Club und American Express führten Kreditkarten ein. Sie waren einer kleinen Oberschicht vorbehalten und verschafften dem Besitzer Exklusivität.

Gehalte- und Pensionskonten

Bis in die 1960-er Jahre waren Girokonten den  Kommerzkunden vorbehalten. Ab 1965 war bei verschiedenen Firmen und bei den Pensionsversicherungsträgern die Überweisung  der  Gehälter und Pensionen auf ein Konto möglich. Damit konnte ein Großteil der Zahlungen unbar abgewickelt werden. Mit Daueraufträgen und Einzugsaufträgen konnten wiederkehrende Zahlungen bequem getätigt werden.

Wertpapiere

Privatkunden besaßen praktisch keine Aktien und nur wenige Anleihen. Die verbriefte Anleihe wurde meistens zu Hause aufbewahrt, die Zinskupons ausgeschnitten und bei der Sparkasse eingelöst. Die Verwahrung der Wertpapiere in einem Bank-Depot brachte Komfort und Sicherheit, war aber ein absolutes Minderheitenprogramm.