50 Jahre IT

Die 70-er: Privatkundengeschäft

Gehalts- und Pensionskonten

Die 70-er Jahre waren geprägt von einer explosionsartigen Zunahme der Gehalts- und Pensionskonten. Vor allem größere Firmen und die Pensionsversicherungen drängten ihre Mitarbeiter bzw. die Pensionsempfänger zur Eröffnung eines Girokontos. Die Firmen und die Pensionsversicherungen ersparten sich so die aufwändige Gehalts- und Pensionszahlung im Bargeld-Kuvert. Angestellte und Pensionisten konnten damit ihre Zahlungen unbar abwickeln, Daueraufträge eröffnen und Lastschriftseinzüge ermöglichen.

Zahlungen

Zahlungen wurden zunehmend unbar vom Konto abgebucht. Daueraufträge und Einzugsaufträge erleichterten die Evidenzhaltung und Abwicklung von wiederkehrenden Zahlungen. Wer eine Scheckkarte besaß, konnte mit Schecks bargeldlos einkaufen. Der Großteil der Zahlungen wurde jedoch nach wie vor mit Bargeld abgewickelt.

Sparen

1974 kam das seit mehr als 20 Jahren stabile Zinsniveau in Wanken. Der bis dato unveränderte Eckzinssatz von 3,5 % und die darauf aufbauenden Zinssätze für gebundene Spareinlagen wurden erhöht. Mit Sparbriefen wurde eine anleiheähnliche Sparform geschaffen – in einer Rückzahlungstabelle war der Auszahlungswert ersichtlich. Zum regelmäßigen Ansparen gab es nach wie vor die  Prämiensparbücher der Sparkassen. Das Bausparen erlebte durch attrakive staatliche Prämien und einen effizienen Vertriebsapparat gab es einen regelrechten Boom.

Kredite und Darlehen

Auf dem Gehaltskonto war es mit einem Überziehungsrahmen möglich, das Konto unbürokratisch bis zu einem bestimmten Betrag zu überziehen. Damit  war es einfach, kleinere Anschaffungen ohne Kreditantrag zu tätigen. Für größere Anschaffungen gab es nach wie vor den Ratenkredit. Diese wurden zunehmend von Teilzahlungsbanken  abgewickelt. Die Finanzierung eines Wohnungskaufs oder eines Hausbaus erfolgte über ein langfristiges Hypothekardarlehen.

Wertpapiere

Die ersten  österreichischen Investmentfonds wurden aufgelegt. Trotzdem blieb das Wertpapiergeschäft nach wie vor ein Minderheitenprogramm.