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1995: JUVAVUM – die Salzburger Sparkassen kommen zur SPARDAT

1993 fiel die Grundsatzentscheidung zur Umstellung der Salzburger Sparkassen auf das SPARDAT-System. Neben der Salzburger Sparkasse kamen damit 2 Institute der Erste Bank (Radstadt und Tamsweg) und die kleine Sparkasse Mittersill in die Buchungsgemeinschaft. Die Salzburger Sparkasse hatte ein kompaktes Realtime-System mit PC´s am Arbeitsplatz für die computerunterstützte Sachbearbeitung (CuS). Unter dem Gesamtprojektleiter Walter Domandl wurde als Erstes das Rechenzentrum und der Entwicklungsbereich in die SPARDAT übernommen.

In der SPARDAT waren gerade die Arbeitsplatz-Systeme KGI (Kundengeschäfts-Informationssysstem) und Kredit, sowie das Giro-System GERDA (Giroerneuerung Datenbank) in Entwicklung. Nach dem Systemabgleich wurde beschlossen die neuen Systeme für die Salzburger Sparkassen einzusetzen und die Arbeitsplatz-Anwendung CuS auf das SPARDAT-System zu portieren. Der ehrgeizige Terminplan sah eine Umstellung im Jahr 1995 vor. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten alle neuen Programme erfolgreich eingesetzt sein. Daneben waren jede Menge von Detailänderungen (Valuten, Darlehen …)  notwendig.  Die Realisierung erfolgte in Wien und mit der bisherigen Mannschaft in Salzburg (Projekt CuS und Umstellungsprogramme).

Die große Herausforderung gegenüber bisherigen Umstellungen war der Einsatz eines  komplett neuen Arbeitsplatz-Systems. Als Projektleiter für die Umstellung der Anwendungen war ich für die Koordinierung dieser Aktivitäten verantwortlich. Zu diesem Zweck pendelte ich zwischen Wien und Salzburg. Gemeinsam mit anderen Kollegen, wie dem leider schon verstorbenen Hans Schöller lernte ich die Mozartstadt kennen und lieben. Unser Arbeitsplatz in  Salzburg war im Stift St. Peter gleich neben dem Petersfriedhof. Wenn wir nach Torschluss dort ein- und ausgingen, konnten wir uns nur mit Mühe der Touristenmassen erwehren. Das Büro wurde nach uns nicht mehr benützt. Deshalb sind dort unsere Türschilder noch heute zu bewundern. 

Unser Arbeitsplatz im Kloster St. Peter

Unser Arbeitsplatz im Kloster St. Peter

 Projektaufsicht: Josef Weszelka (Projektleiter Salzburger Sparkasse), Franz Angelo Gruber (Projektleiter Anwendungen), DIng Karl-Michael Udel (Projektleiter CuS), Wolfgang Schwaminger (Projektleiter Erste Bank)

Ausschnitt aus einer Projektaufsicht: Josef Weszelka (Projektleiter Salzburger Sparkasse), Franz Angelo Gruber (Projektleiter Anwendungen), DIng Karl-Michael Udel (Projektleiter CuS), Wolfgang Schwaminger (Projektleiter Erste Bank)

Eine weitere Herausforderung war der Ablauf der Umstellung. In einem engen Zeitfenster mussten die Bestände von Salzburg nach Wien geschickt werden. Dieser komplexe Ablauf wurde öfters  unter Echtbedingungen durchgespielt und die Echtumstellung zu 3 Terminen (Mittersill, Erste Institute und Salzburger Sparkasse) war jedes Mal ein Erlebnis. Erst nach der erfolgreichen Datenüberleitung konnte mit der Umstellung der Arbeitsplätze (verantwortlich Karl Thunhart) begonnen werden. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Zurück mehr.

Mitte 1995 zeichnete sich ab, dass der ambitionierte Terminplan nicht eingehalten werden konnte. Deshalb wurde als Erstes die Sparkasse Mittersill auf das neue System umgestellt. Bei der Umstellung waren in Mittersill mehr SPARDAT-Mitarbeiter als Sparkassen-Mitarbeiter anwesend. Mit den gewonnen Erfahrungen konnten danach auch noch die beiden Erste-Institute Radstadt und Tamsweg (Projektleitung Wolfgang Schwaminger) übernommen werden. Die Umstellung der Salzburger Sparkasse selbst hing an einem seidenen Faden. Nach weiteren Probeumstellungen und einer Änderung der Eigentümerstruktur  – der ehemalige SPARDAT-Geschäftsführer Erwin Standl kam als Vertreter der Erste Bank im Vorstand der Salzburger Sparkasse in die Projektaufsicht – wurde auch die Salzburger Sparkasse im April 1996 erfolgreich übernommen. Damit waren die Bundesländer-Sparkassen vollzählig in der SPARDAT-Buchungsgemeinschaft vertreten. Wieder einmal konnte durch extreme Anstrengungen aller Beteiligten ein äußerst komplexes Projekt abgeschlossen werden. Für mich war es das herausfordernste und interessanteste Projekt meiner Laufbahn. Mit meinen mittlerweile 50 Jahren spürte ich aber schon die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit.