50 Jahre IT

Zeitzeugen 70-er: Zahlungsverkehr Walter Domandl

Giroautomation

In den Jahren 1971/1972 wurde die Automation des Zahlungsverkehrs in Angriff genommen. Ziel war es den Datenerfassungsaufwand für Zahlungsverkehrsaufträge so weit als möglich zu reduzieren und möglichst weit an den Ursprung, idealerweise zum Kunden zu verlagern. Dieses Ziel ist bis heute nicht voll erreicht wenngleich Electronic Banking, die zunehmende Verwendung von Debit- und Kreditkarten sowie die Erfassungsmöglichkeit von Überweisungen an Selbstbedienungsautomaten dem schon ziemlich nahe kommen. Die ersten Automationsschritte im Zahlungsverkehr erfolgten auf zwei Schienen, nämlich einerseits dem Datenträgeraustausch und andererseits der maschinellen Beleglesung.

Datenträgeraustausch

Der Datenträgeraustausch begann mit Großanwendern wie Pensionsversicherungen oder Energieversorgungsunternehmen, die ihre Überweisungs- bzw. Einziehungsaufträge mittels Datenträgern in Form von maschinell lesbaren Magnetbänderen an die Banken lieferten.  Anfangs mangelte es noch an der Standardisierung der Datenformate, doch diese wurde so wie auch die Standardsierung der Codierzeile auf Zahlungsbelegen zügig im Rahmen von übersektoralen Gremien vorgenommen und in den EDV-Abteilungen der Kreditinstitute umgesetzt.Dadurch ergab sich auch bald die Möglichkeit des wechelseitigen Datenträgeraustausches zwischen den Bankinstituten, vor allem den jeweiligen Clearingstellen der einzelnen Sektoren. Das war auch eine der Keimzellen für den heutigen europaweiten Austausch von Zahlungsverkehrsdaten zwischen den Banken der eine taggleiche Buchung bei Auftraggeber und Empfänger ermöglicht.

Arbeitskreis Giroautomation

Von Seiten des Sparkassensektors wurde damals für die Koordinierung dieser Vorhaben die sogenannte Giroautomationsstelle in der SPARDAT in enger Zusammenarbeit mit der Girozentrale eingerichtet und dafür auch ein Arbeitskreis Giroautomation unter der Leitung des damaligen Generalsekretärs des Sparkassenverbandes, Dr. Walter Sadleder eingerichtet, was die diesem Vorhaben zugemessene Bedeutung unterstreicht.

SPARDAT-Projekte

Die EDV-mäßige Umsetzung in der SPARDAT erfolgte in den Projekten BELEGLESUNG und DATENTÄGERAUSTAUSCH (DACL).